1 Hiob erwiderte:
2 "Wie hilfst du doch der Schwachheit auf und stehst der Ohnmacht bei! 3 Wie gut du Dummheit berätst und großes Wissen offenbarst! 4 Wessen Weisheit verbreitest du da, und wessen Geist entströmte dir?"
5 "Es zittern die Schatten vor Gott, tief unter dem Wasser und seinen Bewohnern. 6 Das Grab ist nackt vor ihm, keine Decke hüllt den Abgrund ein. 7 Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts. 8 Er bindet das Wasser in seine Wolken, und das Gewölk zerreißt darunter nicht. 9 Er versperrt den Anblick seines Thrones und breitet sein Gewölk davor aus. 10 Er zieht eine Grenze über dem Wasser, wo Licht mit Finsternis zusammentrifft. 11 Die Säulen des Himmels26,11: Säulen des Himmels. Vielleicht bildhaft für die Berge, deren Spitzen bis in die Wolken hineinragen. wanken, erstarren, wenn Gott sie bedroht. 12 Durch seine Kraft erregt er das Meer, durch seine Einsicht zerschmettert er das Ungetüm26,12: Ungetüm. Wörtlich: Rahab, siehe Fußnote zu Hiob 9,13.. 13 Der Himmel wird heiter durch seinen Hauch, seine Hand durchbohrt die flüchtige Schlange26,13: Die flüchtige Schlange ist vielleicht ein anderer Begriff für den Leviatan, der in Kapitel 40 und 41 ausführlich beschrieben wird. Hier könnten aber auch die wandernden Sternbilder gemeint sein.. 14 Das sind nur kleine Fingerzeige von dem, was er tut; wir vernehmen ja nur ein Wispern von ihm. Wer könnte denn den Donner seiner Macht verstehen?"