1Dem Sangmeister. Ein Psalm Davids. / Gott, dem mein Loblied gilt, schweige doch nicht!
21Du aber, Jahwe Adonái, / Wirke mit mirD.h. wirke in Gemeinschaft mit mir, gleichsam als mein Bundesgenosse (so mit Ed. König). um deines Namens willen! / Rette du mich, weil deine Huld so herrlich ist!
26Hilf du mir, Jahwe, mein Gott, / Rette du mich nach deiner Huld!
1Ein Psalm Davids. Zum Bekennen (der Sünde) (?).Der hier im Hebräischen gebrauchte Ausdruck ist dunkel.
18Ich bin ja nahe dem Fallen, / Und mein Kummer verläßt mich nie.
22Verlaß mich nicht, o Jahwe! / Mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehn, / Herr, meine Hilfe!Dieser Psalm ist das Gebet eines Gerechten, der schwer an Seele und Leib zu leiden hat. Er weiß aber, daß sein Leiden die Folge seiner Sünde ist. Und er fühlt sich in seinem Elend allein: seine Freunde sind ohne Teilnahme, und seine Feinde möchten ihm den Todesstoß versetzen. Aber in seinem tiefen Elend ist er von dem festen Vertrauen erfüllt, daß Gott ihm helfen wird. Ein Krankheitszustand, wie er in diesem Psalm geschildert wird, ist uns nun zwar in Davids Leben nicht bekannt. Doch es ist möglich, daß David auf Grund seiner Erfahrungen das Bild des leidenden Gerechten ganz allgemein in einem Lied schildern wollte, das zur Erbauung der Gemeinde bestimmt war.
2"Wie lange wollt ihr ungerecht richten / Und Partei für die Frevler nehmen? Sela.
3Des Geringen, der Waise nehmt euch an, / Dem Gedrückten und Dürftigen schaffet Recht!
4Befreit den Geringen und Armen, / Aus der Frevler Händen errettet ihn!In V3 und 4 wird den Machthabern Gerechtigkeit gerade gegen die eingeschärft, die sich nicht, wie die Großen und Angesehenen, selbst Recht schaffen können.
3(Eine Einzelstimme:) / Wer darf Jahwes Berg besteigen, / Wer darf treten an seine heilige Stätte?
5Der wird Segen empfangen von Jahwe / Und Hilfe vom Gott seines Heils.
6So sind, die nach ihm fragen: / Die dein Antlitz suchen, sind Jakob.Sie sind Jakob, nicht nur dem Fleisch nach, sondern in voller Wahrheit.Jes 44:2, Rö 9:6 Sela.
2Ja, Elohims harrt still meine Seele, / Von ihm kommt mein Heil.
9Traut ihm, ihr Leute, zu aller Zeit! / Schüttet vor ihm eure Herzen aus! / Elohim ist unsre Zuflucht. Sela.
11Vertraut nicht auf erpreßtes Gut,Das ihr durch ungerechten Erwerb gewonnen habt. / Laßt euch nicht blenden durch Raub!Meint nicht, das durch unlautere Mittel Erworbene habe Bestand. / Wächst das Vermögen, so achtet nicht drauf!Denkt nicht, ein großes Vermögen sei euch ein großes Glück und man müsse Achtung davor haben.
1Ein Stufenlied von David.Auch hier fehlen die Worte "von David" in der LXX / "Wäre Jahwe nicht für uns gewesen", / So möge Israel sprechen,
6Gepriesen sei Jahwe, der uns nicht hingegeben / Ihren Zähnen als einen Raub!
8Unsre Hilfe liegt im Namen Jahwes, / Der Himmel und Erde geschaffen hat.Dieser Psalm zeigt uns Israel in größter Gefahr. Es war vom Untergang bedroht. Aber Gott hat es wunderbar errettet. Wann der Psalm entstanden ist, läßt sich nicht bestimmen. Israel hat ja im Laufe der Geschichte oftmals Gottes außerordentliche Hilfe erfahren.
8Nun, Herr, wes soll ich denn harren?Worauf soll ich denn bei dieser Nichtigkeit des menschlichen Lebens meine Hoffnung setzen? / Ich hoffe allein auf dich!
9Von meinen Sünden errette mich, / Zum Spott des Gottlosen mache mich nicht!
11Nimm deine Plage weg von mir! / Deiner mächtigen Hand erliege ich.
1Von David. Eine Betrachtung (?).Hebräisch: "maskil." Bezeichnung einer Psalmart nach Ps 47:8 und in der Überschrift von Psalm 32, 42, 44, 45, 52 — 55. 74. 78. 88. 89. 142. Die Bedeutung des Wortes ist unbekannt. Gewöhnlich übersetzt man: Lehrgedicht. Aber die Überschrift findet sich auch bei solchen Psalmen, die keine Lehrgedichte sind. Andere fassen das Wort als "fromme Betrachtung." — Ps. 32 ist der zweite unter den sieben kirchlichen Bußpsalmen. Er war der Lieblingspsalm des bekannten Kirchenvaters Augustin. / Heil dem, des Missetat vergeben, des Sünde erlassen ist!
5Da tat ich dir meine Sünde kund, / und meine Schuld verdeckte ich nicht. / Ich sprach: "Bekennen will ich Jahwe meine Missetat." / Da hast du meine Sündenschuld weggenommen. Sela.
7Du bist mein Schirm, vor Drangsal bewahrest du mich, / Umringst mich mit Rettungsjubeln.D.h.: Ihm begegnet, wohin er sich auch wenden mag, Ursache zum dankbaren Jubel. Sela.
20Er sandte sein Wort und heilte sieDas Wort Gottes erscheint hier gleichsam persönlich, als Bringer des göttlichen Segens: ein Hinweis auf das Wort, das in der Zeiten Fülle Fleisch wurde.Joh 1:14 / Und ließ sie entrinnen aus ihren Gruben.Aus den tiefen Leiden, in die sie versenkt waren.
31Nun sollen sie Jahwe danken für seine Huld / Und für seine Wunder zum Segen der Menschen.
34Fruchtbares Feld zur salzigen Steppe / Wegen der Bosheit seiner Bewohner.Hier kann man an Sodom und Gomorra denken.1Mo 19:24-25
4Der in den Himmeln thronet, lacht, / Adonái spottet ihrer.
11Dienet Jahwe mit Ehrfurcht / Und jubelt ihm zu mit Zittern!Das Jubeln soll verbunden sein mit Zittern der Ehrfurcht, denn Gott ist ein verzehrendes Feuer.Heb 12:28
12KüssetKüssen bedeutet huldigen. Samuel küßte den Saul,1Sa 10:1und damit huldigte er ihm als König. den Sohn, damit erJahwe. nicht zürne / Und ihr umkommet auf euerm Weg! / Denn bald wird sein Zorn entbrennen. / Heil allen, die bei ihm Zuflucht suchen!Ps. 1 beginnt mit einem Heilruf, Ps. 2 endigt damit. / Ps. 2 hat keine Überschrift mit dem Namen des Verfassers. Apg 4:25 wird er David zugeschrieben. Es ist aber unmöglich, seinen Verfasser und die Zeit seiner Abfassung näher zu bestimmen. Der Psalm zerfällt in vier Strophen, jede Strophe hat drei Verse. In der ersten Strophe (V1-3) sieht der Psalmist die Völker der Erde in offenem Aufruhr gegen Jahwe und den von ihm gesalbten König. In der zweiten Strophe (V4-6) schaut der Dichter über diesem wilden Kriegsgetümmel Jahwe in ruhiger Erhabenheit auf seinem Thron und hört sein Zorneswort an die Empörer. In der 3. Strophe (V7-9) ergreift dann der von Jahwe gesalbte König das Wort und redet auf Grund eines göttlichen Verheißungsspruchs von seiner Königsweihe und seinem Anrecht auf die Weltherrschaft. In der 4. Strophe (V10-12) wendet sich der Psalmist an die Könige der Erde und rät ihnen mit dem Hinweis auf Gottes künftiges Zorngericht, Jahwe und seinem Gesalbten in Demut zu huldigen. — Die Worte des 2. Psalms passen in ihrem Vollsinn auf keinen König aus Davids Hause. Sie weisen vielmehr prophetisch hin auf den, der nicht nur Davids Sohn ist, sondern auch Davids Herr.Ps 110:1Jesus ist der Christus, der Gesalbte, der Sohn Gottes. Das "Heute" im 7. Vers des 2. Psalms ist der Tag seiner Auferstehung und Himmelfahrt, wodurch er, der seinem Wesen nach der ewige Sohn des Vaters ist, auch als wahrhaftiger Mensch zu der Machtfülle des Sohnes Gottes erhoben und in das himmlische Hohepriestertum eingesetzt worden ist, so daß er nun einen Namen zum Erbe empfangen hat, der keinem Engel je zuteil geworden ist.Apg 13:33, Rö 1:3, Heb 5:5, 1:5Als wahrhaftiger Mensch besitzt der Sohn alle Macht im Himmel und auf Erden.Mt 28:18In dieser Königsmacht und Königsherrlichkeit wird er dereinst erscheinen, um an dem großen Tag des "Zornes" des Lammes (Off 6:17) alle seine Feinde zu vernichten. — Nach Apg 4:25-28 haben sich die ersten beiden Verse unseres Psalms schon zum Teil erfüllt in der Feindschaft Israels und der Heiden gegen Jesus, Gottes heiligen Knecht, und gegen seine Bekenner. Aber erst am Schluß der christlichen Welt- und Völkergeschichte, in dem großen Endkampf zwischen Christus und Antichristus samt seinen Verbündeten wird sich dieser wunderbare prophetische 2. Psalm in vollem Maße erfüllen (Off 19:11-21, bes. V15; 17,12-14; 2Th 2:8). — Möchte das ernste Wort der Mahnung und Warnung in der 4. Strophe des Psalms von allen christlichen Machthabern beherzigt werden, solange noch die Zeit der Gnade währt!
13Man hat mich zwar heftig gestoßen, damit ich käme zu Fall, / Doch Jahwe hat mir geholfen.
14Mein Sieg und mein Sang war Jah, / Er ward meine Rettung.
20Dies ist das Tor, das zu Jahwe führt:Das Tor, das zum Tempel führt, führt auch zu Gott, der im Tempel wohnt und von dort aus sein Volk segnet. / Gerechte dürfen hier eingehn.
10Kann’s anders sein, als daß die Wege Jahwes / alle Gnade sind und WahrheitGottes Wege sind Gnade, weil sie die Menschen ohne ihr Verdienst zum Heil führen; sie sind Wahrheit, weil alle, die diese Wege wandeln, die Zuverlässigkeit der göttlichen Verheißungen erfahren. / Für die, die da bewahren seinen Bund und seine Zeugnisse?
17Zermalmend trifft die Angst mein Herz; / Aus meinen Nöten rette mich!
20Schütze meine Seele und errette mich! / Laß mich nicht zuschanden werden, denn dir vertraue ich.
1Ein Psalmlied der Söhne Korahs.Vgl. Ps 42:1. / ErGott. hat esZion. gegründet auf heiligen Bergen.Die "Berge" sind die verschiedenen Hügel, in die der Berg Zion sich teilt.
3Herrliches ist über dich verheißen, / O du Stadt Elohims.Die Stadt Elohims ist Jerusalem. Bei den Verheißungen ist z.B. zu denken an Jes 2:2-4, 28:16:60:1-10; Mic 4:1-2. Sela.
6Jahwe wird verzeichnen die Völker:Gott wird hier dargestellt als ein König, der eine Zählung aller einzelnen Glieder seines großen Volkes vornimmt und sie in ein Verzeichnis eintragen läßt. / "Diese sind dortIn Zion. geboren!" Sela.
1Dem Sangmeister, mit Saitenspielbegleitung. Ein Psalm, ein Lied.
2Elohim sei uns gnädig und segne uns, / Lasse bei uns sein Antlitz leuchten!Dieser Segenswunsch schließt sich an den aaronischen Segen 4Mo 6:24-25. Sela.
5Die Leute freun sich und frohlocken, / Daß du die Völker recht regierst / Und die Leute auf Erden leitest. Sela.
1Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war.Auf seiner Flucht vor Absalom weilte David, ehe er den Jordan überschritt, etwa zwei Tage in der Wüste Juda, jener traurigen Einöde, die sich an der Westseite des Toten Meeres hinzieht.2Sa 15:23,28, 16:2, 17:16Die Wüste, die David umgibt, wird ihm ein Bild seines inneren Zustandes. Die angeführten Schriftstellen zeigen uns, wie er leiblich ermattet war. Aber auch geistlich fühlte er sich schwach und elend, weil er fern von dem Heiligtum auf Zion war. Diese Stimmung spricht sich aus in unserem Psalm, der in der alten Kirche in dem sonntäglichen Morgengottesdienst gesungen wurde.
4Denn deine Gnade ist besser als Leben;Der Besitz der göttlichen Gnade ist besser als das leibliche Leben; ja, dieser Besitz ist das höchste Gut, das wahre Leben. / Meine Lippen sollen dich loben.
8Denn du bist mein Beistand gewesen, / Im Schatten deiner Flügel juble ich.
2Jahwe bauet Jerusalem, / Die Vertriebnen IsraelsDie in die Gefangenschaft Weggeführten. sammelt er wieder.
3Er heilt die zerbrochnen Herzen, / Und ihre Wunden verbindet er.Menschliches Leid und Weh kann der recht stillen, der das gewaltige Heer der Sterne geschaffen und jeden einzelnen Stern mit Namen genannt hat (V4).
12Preise, Jerusalem, Jahwe, / Lobe, Zion, deinen Gott!